Dokumentation zum Prozess gegen Hermann, Sibylle und Sylvia (1980)

Sibylle wurde vor über 30 Jahren durch Aussagen von Hermann, die unter „Folterähnlichen“ Umständen erlangt worden sind, zu 15 Monaten Knast verurteilt. Die Broschüre, die wir jetzt hier zu Verfügung stellen, stammt aus dieser Zeit und beleuchtet den Prozess gegen die Genoss_innen Sibylle, Hermann und Sylvia. Sie enthält eine umfassende Pressesammlung, in ihr werden die Verbrechen der Repressionsbehörden an Hermann geschildert und sie enthält die Prozessberichte aus der damaligen Zeit.


Radiobeitrag von radio dreyeckland

HIER geht es zum hörenswerten Radiobeitrag vom radio dreyeckland „Über 30 Jahre später: Beugehaft gegen Sybille im RZ Prozess.“

„Im sogenannten Revolutionären Zellen Prozess gegen Sonja Suder und Christian Gauger wurde gegen die Zeugin Sybille S. Beugehaft verordnet. Die ehemalige Lebensgefährtin von Hermann Feiling verweigert weiterhin die Aussage. Sie wurde am Dienstag den 9. April mit Handschellen aus dem Landgericht Frankfurt geführt und wird wohl 6 Monate in Beugehaft bleiben. Hermann Feiling soll unter folterähnlichen Zuständen belastende Aussagen gegen Sonja und Christian gemacht haben, die er allerdings später wiederrief. Wir sprachen mit Dandl von der Roten Hilfe über den Fall, Hintergründe zur Beugehaft und Chancen von Sybille aus der Haft heraus zu kommen.“

Solidaritätsflyer bestellen!

Die Flyer werden gerade gedruckt und können von euch bestellt oder in einigen Tagen bei eurer Roten Hilfe-Ortsgruppe abgeholt werden.

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Im Prozess gegen Sonja Suder und Christian Gauger wurde heute Beugehaft gegen Sibylle S. angeordnet! Die Rote Hilfe ruft zur Solidarität auf!

Am heutigen Prozesstag im so genannten Revolutionären Zellen (RZ) Prozess in Frankfurt am Main wurde Beugehaft gegen die Zeugin Sibylle S. verhängt. Die Beugehaft kann bis Ende des Prozesses andauern, maximal aber sechs Monate. Sie hatte die Aussagen als Zeugin konsequent verweigert, bekam nach Prüfung durch das Gericht jedoch kein umfassendes Aussageverweigerungsrecht nach §55 StPO („Gefahr der Selbstbelastung“) zugestanden.

Zusätzlich entschied das Gericht heute, das Verfahren gegen Christian Gauger abzutrennen. Ob es wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt wird, ist noch nicht entschieden.

Sonja Suder und Christian Gauger wird vorgeworfen, an drei Aktionen der RZ in den 1970er Jahren beteiligt gewesen zu sein, Sonja Suder wird zudem vorgeworfen, dass sie Waffen für den Angriff auf die OPEC-Konferenz 1975 in Wien beschafft haben soll. Der Prozess läuft seit September 2012 und wird bis mindestens Ende August 2013 weitergeführt. Sybille S. sollte sich zum wiederholten Male zu den unter Folter erlangten Aussagen von Hermann Feiling äußern, die bezüglich der drei RZ-Aktionen das einzige Beweismittel der Staatsanwaltschaft sind.

Sybille S. war 1980 Mitangeklagte von Hermann Feiling, der 1978 durch einen Sprengsatz lebensgefährlich verletzt wurde; dabei verlor er sein Augenlicht, und beide Beine mussten ihm amputiert werden. Die Sicherheitsbehörden nutzten seinen orientierungslosen und schwer traumatisierten Zustand nach dem Unfall aus, isolierten ihn monatelang und verwerteten die ihm abgerungenen Informationen als Aussagen. Sobald er konnte, hat Herrmann Feiling diese so genannten Aussagen widerrufen und über die Umstände berichtet, wie die Polizei zu ihnen gekommen ist.

Das Beharren des Gerichts auf der dünnen Beweislage, die zudem unter menschenunwürdigen Umständen zustande gekommen ist, zeigt lediglich den auch heute noch ungebrochenen staatlichen Verfolgungswillen gegen militante Linke und den Versuch der Delegitimierung linker Politik.

Die Rote Hilfe ruft zur Solidarität mit der von Beugehaft betroffenen Sybille S. auf und wird alles in ihren Kräften Stehende tun, sie politisch, juristisch und finanziell zu unterstützen. Wir fordern die Einstellung des Verfahrens gegen Sonja Suder und Christian Gauger.

Wer hingegen Folteraussagen verwendet, foltert mit!

Wir fordern alle auf, sich mit der Zeugin zu solidarisieren und heute um 18 Uhr zur Spontandemonstration in Bornheim-Mitte, Frankfurt am Main, zu kommen.

Getroffen hat es eine, gemeint sind wir alle!

H. Lange für den Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V.

Beugehaft gegen Sybille S. verhängt: Getroffen hat es Eine, gemeint sind wir Alle

Im folgenden Dokumentieren wir einen Text vom Solidaritätskomitee Frankfurt am Main „verdammtlangquer“

Am heutigen Prozesstag im so genannten Revolutionären Zellen (RZ) Prozess in Frankfurt am Main wurden Beugehaft gegen die Zeugin Sibylle S. verhängt. Mit den Worten “So, Frau S., haben Sie sich das noch mal überlegt!” leitete Richterin Stock die versuchte Befragung ein. Und nachdem Sybille S. deutlich machte, dass sie an ihrer Aussageverweigerung festhält, verkündete die Richterin: “Das Gesetzt zwingt mich nun, jetzt die Beugehaft zu verhängen”.

Die Beugehaft kann bis Ende des Prozesses andauern, maximal aber sechs Monate. Sibylle hatte die Aussage als Zeugin konsequent verweigert, und bereits eine Geldstrafe zahlen müssen. Für die jetzt eingetretene Situstion ihrer Inhasftierungch hat sie eine Stellungnahme vorbereitet, die wir hier veröffentlichen.

Außerdem entschied das Gericht heute, das Verfahren gegen Christian von dem Verfahren gegen Sonja abzutrennen. Ob das Verfahren gegen Christian allerdings wegen Verhandungsunfähigkeit eingestellt wird, ist noch nicht entschieden.

Sybille S. sollte sich zum wiederholten Male zu den unter Folter erlangten Aussagen von Hermann Feiling äußern, die wegen der drei RZ-Aktionen das einzige Beweismittel der Staatsanwaltschaft sind.

Sybille S. war 1980 Mitangeklagte von Hermann Feiling, der 1978 durch einen Sprengsatz lebensgefährlich verletzt wurde, dabei verlor er sein Augenlicht und beide Beine mussten ihm amputiert werden. Die Sicherheitsbehörden nutzten seinen orientierungslosen und schwer traumatisierten Zustand nach dem Unfall aus, isolierten ihn monatelang und verwerteten die ihm abgerungenen Informationen als Aussagen. Sobald er konnte hat Herrmann Feiling diese so genannten Aussagen widerrufen und über die Umstände berichtet, wie die Polizei zu ihnen gekommen ist.

Das Beharren des Gerichts auf der dünnen Beweislage, die zudem auf menschenunwürdigen Umständen zustande gekommen sind, zeigt lediglich den auch heute noch ungebrochenen staatlichen Verfolgungswille gegen militante Linke und der Delegitimierung linker Politik.

Wir fordern alle auf, sich mit der Zeugin zusolidarisieren und heute um 18 Uhr zur Spondandemo in Bornheim-Mitte, Frankfurt am Main, zu kommen.

Getroffen hat es eine, gemeint sind wir alle!